Lebensmittel im Backrohr einkochen: So gelingt‘s
Ob Obst aus dem eigenen Garten oder Gemüse aus dem Supermarkt – Einkochen im Backrohr ist eine einfache Möglichkeit, Lebensmittel über viele Monate haltbar zu machen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie Einkochen im Backrohr funktioniert, welche Vorteile diese Methode bietet und welche Lebensmittel sich besonders gut eignen.

Was sind die Vorteile vom Einkochen im Backrohr?
Das Einkochen im Backrohr ist eine praktische Alternative zum klassischen Einkochen im Topf. Der größte Vorteil: Auf einem Backblech oder in einer Fettpfanne finden deutlich mehr Einmachgläser Platz als in einem Kochtopf. So kannst du größere Mengen Obst, Gemüse oder andere Lebensmittel gleichzeitig einwecken.
Gerade während der Erntezeit oder wenn viel Obst und Gemüse verarbeitet werden soll, spart das Zeit und Energie.
Weitere Vorteile auf einen Blick:
- ideal für Obst- und Gemüseernte
- größere Mengen gleichzeitig einkochen
- einfache Vorbereitung
- lange Haltbarkeit der Lebensmittel
- weniger Lebensmittelverschwendung

Wie funktioniert Einkochen?
Beim Einkochen beziehungsweise Einwecken oder Einmachen werden Lebensmittel in luftdicht verschlossenen Gläsern erhitzt.
Durch die Hitze dehnen sich Luft und Wasserdampf im Glas aus. Beim anschließenden Abkühlen entsteht ein Vakuum, das den Deckel fest verschließt. Gleichzeitig werden Keime und Mikroorganismen weitgehend abgetötet. Dadurch bleiben eingekochte Lebensmittel viele Monate haltbar.
Wichtig ist, die Einmachgläser vor dem Befüllen gründlich zu sterilisieren, damit das Einkochgut möglichst lange frisch bleibt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Mit der richtigen Vorbereitung gelingt das Einwecken im Backrohr ganz unkompliziert.
Das brauchst du:
- Einmachgläser mit Deckel
- Geschirrtuch
- Einfülltrichter
- Backblech oder Fettpfanne
- Obst oder Gemüse
- Zucker (je nach Rezept)
- Flüssigkeit (je nach Rezept Wasser, Brühe, Essig, Saft oder Wein)

Schritt 1: Einmachgläser sterilisieren
Vor dem Einkochen im Backrohr müssen die Gläser steril sein.
Dafür kannst du sie:
- einige Minuten in kochendem Wasser auskochen oder
- etwa 10 Minuten bei 180 °C im Backofen sterilisieren.
Deckel und Gummiringe werden etwa fünf Minuten in Essigwasser abgekocht. Anschließend trocknest du alles sorgfältig ab.

Schritt 2: Einlage vorbereiten
Während die Gläser trocknen, bereitest du das Einmachgut vor.
Wasche Obst oder Gemüse gründlich, entferne Kerne oder Steine und schneide größere Stücke klein. Je gleichmäßiger die Stücke sind und je dichter sie später im Glas aneinanderliegen, desto besser lassen sie sich einwecken.

Schritt 3: Gläser befüllen
Fülle das vorbereitete Obst oder Gemüse in die sterilisierten Gläser.
Achte darauf:
- den Glasrand sauber zu halten (ein Einfülltrichter kann helfen),
- etwa 2 cm Platz bis zum Rand zu lassen und
- die passende Flüssigkeit aufzugießen.
Je nach Rezept eignen sich Wasser, Brühe, Essig, Zuckerwasser, Fruchtsaft oder Wein.
Verschließe die Gläser anschließend sofort sorgfältig.

Schritt 4: Einkochen im Backrohr
Stelle die gefüllten Gläser in eine Fettpfanne und fülle diese etwa zwei bis drei Zentimeter hoch mit kaltem Wasser.
Nun beginnt das eigentliche Einkochen im Backrohr:
- Ober-/Unterhitze auf etwa 175 °C einstellen.
- Sobald das Wasserbad zu kochen beginnt, den Backofen ausschalten.
- Die Gläser anschließend noch rund 30 Minuten im heißen Backrohr stehen lassen.

Schritt 5: Gläser abkühlen lassen
Nach dem Einkochen kannst du die Gläser vorsichtig herausnehmen und vollständig auskühlen lassen.
Kontrolliere anschließend, ob das Vakuum entstanden ist:
- Bei Schraubdeckeln sollte der Deckel leicht nach innen gezogen sein.
- Bei Einmachgläsern mit Bügelverschluss hält der Deckel auch ohne Klammern sicher fest.
Beschrifte die Gläser und lagere sie kühl, trocken und lichtgeschützt.
Was kann ich im Backrohr einkochen?
Beim Einwecken sind deiner Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Besonders beliebt sind Obst- und Gemüsesorten, aber auch viele andere Lebensmittel lassen sich problemlos einkochen.

Obst einmachen
Du kannst entweder ganze Früchte oder Fruchtstücke einwecken, die dann zu Kompott oder Mus werden. Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, sollte das Obst reif und frei von „matschigen“ Stellen sein. Je nach Rezept werden die Früchte mit Zuckerwasser, Fruchtsaft oder Wein aufgegossen. Gewürze wie Vanille, Zimt oder Zitronensaft sorgen zusätzlich für Aroma.

Gemüse einwecken
Auch Gemüse lässt sich hervorragend einwecken. Je nach Vorliebe kannst du das es vorab blanchieren – generell kann aber jede Sorte auch roh eingekocht werden. Zum Auffüllen eignen sich Wasser, Brühe oder Essiglake.
Zum Einkochen besonders gut geeignet sind unter anderem:
Obst | Gemüse | Sonstiges |
|---|---|---|
Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Kirschen, Pfirsiche, Pflaumen | Bohnen, Gurken, Kraut, Kürbis, Karotten, Tomaten, Zucchini | Brühe, Fleisch, Kuchen, Marmeladen, Säfte, Bratlfett, Saucen, Wurst |
Alternativen zum Einkochen im Backrohr
Neben dem Einwecken im Backrohr gibt es weitere Möglichkeiten, Lebensmittel haltbar zu machen.
Beliebte Alternativen sind:
- Einkochen im Topf auf dem Herd
- Einwecken im Dampfgarer
- Einkochen im Schnellkochtopf
- Einkochautomat
- Heißabfüllen in Twist-Off-Gläser
Gerade das klassische Einwecken im Topf ist nach wie vor weit verbreitet. Wer regelmäßig große Mengen verarbeitet, profitiert dagegen oft von einem speziellen Einkochautomaten.










