Schlagbohrmaschine vs. Bohrhammer: Vergleich der Schwergewichte
Wenn es um die richtig schweren Aufgaben beim Heimwerken geht, sind Schlagbohrmaschine und Bohrhammer deine erste Wahl. Welches Power-Tool eignet sich wofür und was musst du bei der Verwendung beachten? Dieses Werkzeug-Duell klärt auf!

Steckbrief Bohrhammer
Name: Bohrhammer
Spezialgebiet: grobe Abbruch- und Renovierungsarbeiten an Beton, Naturstein, Mauerwerk
Geeignet für: hartes Mauerwerk, alle Materialien von Stein über Holz bis Metall
Funktionen: Bohren, Schlagbohren, Stemmen, Hammerbohren, Meißeln (mit geeignetem Wechselfutter)

Steckbrief Schlagbohrmaschine
Name: Schlagbohrmaschine
Spezialgebiet: präzise Arbeiten für viele DIY-Projekte (z. B. Regal anbringen)
Geeignet für: weiches Mauerwerk, Naturstein, Leichtbeton, Holz, Metall, Kunststoff
Funktionen: Bohren, Schlagbohren, Stemmen, Schlitzen
Gemeinsamkeiten & Unterschiede
In ihren Grundfunktionen sind Schlagbohrmaschine und Bohrhammer ident: Beide bohren sich in verschiedene Materialien und können ihre Power per Schlagwerk erhöhen. Beide Gerätetypen erhältst du sowohl als handliches Akkuwerkzeug als auch als Elektrowerkzeug mit Kabel.

Eine Schlagbohrmaschine hat entweder ein 2-Gang-Getriebe oder einen Drehzahlregler. Beim 2-Gang-Getriebe eignet sich der erste Gang, um große Löcher in robustere Materialien wie Kalksandstein zu bohren. Er zeichnet sich durch eine geringe Drehzahl bei hohem Drehmoment aus. Der zweite Gang arbeitet mit niedrigem Drehmoment und höherer Drehzahl. So bohrst du präzise Löcher in Holz oder Kunststoff.

Ein Bohrhammer kann aber nicht nur bohren, sondern auch meißeln: Der Bohrer hat in seinem SDS-Spannfutter Bewegungsspielraum und kann axial vibrieren. Außerdem gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Schlagbohrmaschine und Bohrhammer bei der Kraftübertragung:
Ein Bohrhammer besitzt ein automatisiertes Schlagwerk. Seine Power hängt vom Motor und seiner Leistung ab – also vom Werkzeug selbst.
Bei einer Schlagbohrmaschine regulierst du die Schlagkraft über den Anpressdruck ans Material – also über deine Muskelkraft.
Willst du sehr harte Materialien bearbeiten, kommst du mit einem Schlagbohrer schnell an deine (körperlichen) Grenzen. Umgekehrt hat ein Bohrhammer zu viel Kraft, um weiche Materialien sicher zu bearbeiten oder präzise Löcher zu bohren.
Wichtigster Faktor ist dabei die Kombination aus Schlagkraft, Drehzahl und Schlagfrequenz.
Bohrhammer | Schlagbohrer |
|
|---|---|---|
Wirkung | Kraftübertragung | Geschwindigkeit |
Schlagfrequenz | niedrig; ca. 4.000 pro Minute | hoch; ca. 40.000 pro Minute |
Schlagkraft | hoch; bis zu 30 Joule | niedrig; meist unter 1 Joule |
Der Bohrhammer bezieht seine Power aus einer hohen Schlagkraft, braucht also nur eine niedrige Schlagfrequenz. Beim Schlagbohrer ist das umgekehrt. Er arbeitet sich schnell, aber vorsichtig in empfindlichere Materialien.
Fazit: Welches Werkzeug für welche Aufgabe?
Der Bohrhammer eignet sich für grobe Arbeiten, die viel Kraft erfordern. Beim Renovieren, einem Wanddurchbruch oder Mauerarbeiten im Garten ist er häufig unverzichtbar. Die Schlagbohrmaschine ist für Präzision und Feingefühl die bessere Wahl. Im Alltag und in der Werkstatt ist sie weitaus häufiger im Einsatz.
Bohrhammer | Schlagbohrer |
|---|---|
Hartes Mauerwerk stemmen + aufbrechen | Weiches Mauerwerk aufbrechen |
Materialien wie Naturstein, Beton, Granit, Vollziegel | Materialien wie Kalksandstein, Leichtbeton, Metall, Holz, Kunststoff |
Bohren großer Durchmesser (Dosensenken) | Bohren kleiner Durchmesser |
Fliesenarbeiten und Meißeln |










